Rottweiler
Begleit-, Dienst- und Gebrauchshunde (Rassen Gruppe 2)
Sektion 2.1 Molossoide, Doggenartige Hunde
Familie: Canidae (Hundeartige)
Ordnung: Carnivora (Raubtiere)
Klasse: Mammalia (Säugetiere)

Geschichte und Herkunft
Die Herkunft des Rottweilers liegt wie bei vielen anderen Hunderassen eher im Ungewissen. Hartnäckig halten sich Gerüchte, dass er mit den Römern entlang der alten Handelswege über die Alpen gekommen sei. Die Römer haben wohl Hunde als Herden- und Treibhunde eingesetzt, die nicht nur das Vieh, sondern auch den Menschen beschützten. Es gibt aber auch die Ansicht, dass die Treibhunde in Süd- und Mitteldeutschland aus alten einheimischen Schäfer- und Hirtenhunden hervorgegangen seien. Die großen Viehtreibhunde mussten in der Lage sein, auch das schwerste Rind zu bändigen und sie mussten flink genug sein, von hinten in den Hinterlauf zu zwicken, ohne sich treten zu lassen und sie mussten ausdauernd genug sein, eine Viehherde umkreisen und treiben zu können. Sicher scheint zu sein, dass der Rottweiler aus dem Süddeutschen Raum stammt, wo er auch Verwandte hat, den heutigen Großen Schweizer Sennenhund (früher den großen schweizerischen Metzgerhund). Wie auch der Rottweiler früher häufig Metzgerhund genannt wurde. Seine beiden Namen deuten auf seine Herkunft, Rottweil war im 19. Jahrhundert ein Viehhandelszentrum und auf seine ehemaligen Halter, die Metzger. Oft hielten sich die Metzger mehrere Hunde, die nicht nur das Vieh trieben und beaufsichtigten, sondern auch seinen Herrn und Meister beschützten. Eine weitere Aufgabe des Metzgerhundes war es, den Karren des Metzgers auf den Markt oder zu den Kunden zu ziehen, auch Kälber oder Schweine wurden mit dem Hundefuhrwerk transportiert. Sicher war, dass diese Hunde auf Ausdauer, Intelligenz und Treibeigenschaften gezüchtet wurden, ebenso sicher benötigte man einen starken, kräftigen Hund. All diese Eigenschaften finden sich auch beim heutigen Rottweiler. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts ging der Bestand an Rottweilern stark zurück, andere Transportmöglichkeiten für das Vieh, wie die Eisenbahn, machten den Rottweiler als Treibhund überflüssig. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts besann man sich wieder auf die guten Charaktereigenschaften dieses Hundes und im Januar 1907 wurde ein erster Rottweiler-Klub gegründet, der sich 1921 mit anderen Klubs zum Allgemeinen Deutschen Rottweiler Klub ADRK zusammenschloss. Im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts wurden dann auch die ersten Rottweiler als Polizeihunde geschult, wo sie so gute Dienste verrichteten, dass sie im Jahre 1910 als Polizeihunderasse offiziell anerkannt wurden. Heute hat der Rottweiler einen festen Platz auf der Liste der Gebrauchshunde und leistet seinen Dienst bei der Polizei und beim Zoll.
Körperbau
Der Rottweiler ist ein schwerer und kräftiger Hund. Trotzdem ist sein Erscheinungsbild nicht plump. Seine kräftige Gestalt lässt auf große Kraft, aber auch auf Wendigkeit und Ausdauer schließen. Rüden erreichen bis zu 68 cm Widerristhöhe, Hündinnen bis zu 63 cm, die Rüden erreichen ein Gewicht um die 50 Kilo.
Fell
Der Rottweiler hat mittellanges, dickes Fell und ist mit einem groben Deckhaar und einer dichten Unterwolle ausgestattet. Das Fell ist schwarz mit satten rotbraunen Anzeichen an Backen, dem Fang, der Halsunterseite, der Brust und den Läufen. Die Fellpflege gestaltet sich einfach, während des Fellwechsels öfter bürsten, um die losen Haare zu entfernen.
Wesen
Der Rottweiler wird als intelligent, gehorsam und von sehr großer Treue gegenüber seinem Herrn und seiner Familie beschrieben. Er ist wachsam und beschützend, mutig und stark, er kann allerdings dominant werden. Eifersüchtig wird er, wenn ihm nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt wird. Er neigt zum „Einpersonenhund“. Man sagt ihm auch Kinderfreundlichkeit nach, jedoch sollte man ihn nie, wie auch Hunde anderer Rassen, alleine und unbeaufsichtigt zusammen mit kleinen Kindern lassen. In einigen Bundesländern gehört der Rottweiler zu den so genannten Listenhunden oder ist in der Kampfhundeverordnung aufgeführt. Es können also bei der Haltung des Hundes verschiedene Auflagen aus Sie zu kommen, wie zum Beispiel ein Wesenstest. Vor der Anschaffung dieses Hundes sollten Sie sich also genau über die Haltung und die eventuell damit verbundenen Auflagen in ihrem Bundesland erkundigen.
Aufzucht und Haltung
Der Rottweiler ist bei fachgerechter Aufzucht und bei einer entsprechenden Sozialisation ein guter Familienhund und ein treuer und verlässlicher Partner. Er entwickelt allerdings leicht einen dominanten Charakter, deshalb braucht er einen Besitzer mit einer ruhigen, aber festen Erziehung mit viel Disziplin und Konsequenz. Diese Konsequenz muss nicht nur während der Erziehung des Welpen, sondern über das gesamte Hundeleben durchgehalten werden. Gerade dieses Kraftpaket von Hund sollte man nicht unterschätzen. Hundeanfänger oder körperlich schwächere Menschen oder auch eher zurückhaltende Menschen sollten sich doch eher für eine andere Hunderasse entscheiden. Auch sollte man sich vor der Anschaffung eines Rottweilers bewusst sein, dass viele Menschen vor einem solch großen und kräftigen Hund Angst haben.
Rüden benötigen eine etwas strengere Erziehung als die Hündinnen, die einen etwas sanfteren Charakter aufweisen. Hat der Hund dann allerdings eine ausgewogene und konsequente Erziehung genossen, so ist er ein treu ergebener Familienhund und auch ein guter Spielkamerad für die Kinder. Auch mit anderen Haustieren, wie Katzen verträgt er sich gut, wenn er von klein auf an sie gewöhnt wird. Anderen Hunden gegenüber verhält sich der Rottweiler oft dominant. Freunde der Familie werden freudig begrüßt, gegenüber Fremden verteidigt der Rottweiler sein Heim. Als großer und kräftiger Hund benötigt der Rottweiler viel Auslauf, einmal um den Block laufen, reicht seinem Bewegungsdrang nicht aus. Aufgrund seiner Intelligenz benötigt er eine Beschäftigung, die ihn auslastet.
Rasseproblematik
Durch einige Vorfälle hat der Rottweiler teilweise einen schlechten Ruf bekommen. Negative Vorfälle sind jedoch nicht ausschließlich dem Hund oder der Rasse, sondern vor allem auch dem Halter anzulasten. Der Rottweiler ist ein großer und starker Hund, von dem bei falscher Haltung und Sozialisation eine Gefährdung ausgehen kann. Er wird in einigen Ländern als „Listenhund“ geführt, und seine Haltung unterliegt in einigen deutschen Bundesländern bestimmten Einschränkungen. Aufgrund einer Statistik des deutschen Städtetages von 1997 wurde der Rottweiler zum 1. November 2002 in die Kategorie II der Kampfhundeverordnung in Bayern aufgenommen und muss in bestimmten Bundesländern einen Wesenstest durchlaufen.
Im Schweizer Kanton Walis ist die Haltung dieser Rasse als Reaktion auf Vorfälle im Kanton Zürich seit 1. Januar 2006 verboten .